Rubbel die Kats #1 – Wenn's kribbelt und juckt...


...und zwar in den Fingern. Nein, nicht das, was ihr jetzt denkt. Sondern das hier! „Rubbel die Kats“ ist eine neue Rubrik, die ich einführen möchte und sich hauptsächlich dem Thema Sexualität, Liebe und was alles noch so dazugehört, widmen soll. Die Leute, die meinen Blog vielleicht schon etwas länger verfolgen fragen sich jetzt vielleicht, was mich dazu privilegieren sollte, mich mit einem Thema auseinanderzusetzen, dass so sensibel ist. Gar nichts. Leser wissen, dass ich hier bisher mehr schlecht als recht einen „Artblog“ geführt habe mit random Ausbrüchen aus und in die Realität oder auch kurz gesagt: Auskotzen. Wie kommt so jemand also dazu, sich mit so einem Thema zu beschäftigen und zu glauben, dass es hier jemanden interessieren könnte? Nun könnten die anderen vielleicht sagen, dass es eigentlich nicht verwunderlich ist, weil ich eh alles, was mit in den Sinn kommt, egal wie privat es sein mag, nach außen trage (Twitterfollower dürften das bestätigen). Und genau das ist eben der Punkt, an dem ich einen kürzen Überblick über meine Situation zeigen möchte, um vielleicht etwas Klarheit zu schaffen (dieser Eintrag wird etwas länger und weniger explizit. Für alle, die sich hier schon heiße Action erhoffen..):

Ich war eigentlich nie besonders Prüde. Also, sagen wir mal, ich war es nicht von Natur aus. Meine Sexualität hat sich, würde ich sagen, ganz normal entwickelt. Vielleicht mit dem kleinen Unterschied, dass bei mir alles etwas früher losging, als bei anderen. Aber alles verlief ziemlich unspannend (außer ich würde hier genau ins Detail gehen. Das fänd' der eine oder andere sicher spannend.). Ich hatte Freunde, die einen mal länger, die anderen etwas kürzer, manche nicht erwähnenswert. Ich war immer schon ziemlich offen für (fast) alles. Und genau so offen bin ich auch immer mit dem Thema umgegangen. Da würden mich die Twitterleute wohl wiederfinden, dass ich alle Gedanken direkt auf der Zunge liegen hab. Ich habe Freunde dazu ermutigt mit mir über so etwas zu reden, wenn sie jemanden brauchen und manche kamen auf mich mit solchen Sachen auf mich zu, weil sie der Meinung waren, dass man mit mir darüber reden könne. So war es eigentlich immer. Bis auf ungefähr die letzten 3 Jahre. Ich hatte seit ungefähr Frühjahr 2012 eine langjährige Beziehung hinter mir. Eine Beziehung in der Sex selten ein Problem war, dafür alles andere absolut nicht gut lief.

Anschließend hatte ich erst mal genug von Beziehungen. Ich hatte auch fürchterlich Schiss, wenn ich ehrlich bin. Das ist nun nichts besonderes. Die meisten haben erst mal Angst, wenn sie aus einer längeren Beziehung kommen. Resultat daraus war dann eine „lockere Beziehung“, die hierzulande auch gern als „Bettgeschichte“ bezeichnet wird. Da es sich um nichts anderes drehte, fiel der ganze Stress und die Angst weg. Erst mal. Denn wenn man ehrlich ist, funktioniert das in der Regel doch eher selten, weil einer der beiden Parteien immer anfängt den anderen mehr zu mögen, als die andere. In dem Fall war das nicht ich. Es gab viele Diskussionen, Überzeugungsversuche, Abweisungen, bis ich am Ende den Schlussstrich zog. Der Grund hierfür war aber keine Vernunft, um den anderen zu schützen, sondern ein ganz banaler: Ein neues Objekt der Begierde. Ich möchte nichts davon schönreden, in der Regel ist so etwas nie okay. Man entzieht sich der Verantwortung, dass man es eigentlich besser weiß. Ich halte aus dem Grund auch Leute, die sich hauptsächlich mit Bettgeschichten rumtreiben, schlicht für Arschlöcher. In den meisten Fällen haben diese Menschen nämlich eh nur Angst verletzt zu werden, was ziemlich feige ist. Da zieh ich mich natürlich nicht raus.

Aber weiter im Text: Bei dem neuen Loveinterest war die Angst natürlich nicht komplett überwunden. Aber es wurde besser und ich habe es wieder geschafft mich auf eine ernsthafte Beziehung einzulassen, auch, bzw. besonders WEIL wir es langsam angehen lassen haben. Ganz ohne Druck und Erwartungen. Naja, sagen wir fast... denn bei einer Sache gab es dann doch Druck... Erwartungen.. oder wie man das nennen will: Im Bett. Da hatte ich schon jahrelang Sex und ich dachte ich wüsste, was ich tue und plötzlich ist alles, was man weiß nichts Wert, weil jeder Penis einfach verflucht noch mal anders funktioniert! Versuch das mal 'nem Kerl zu erzählen. Da geht jeder davon aus, dass Männer viel anspruchsloser sind als Frauen und man kaum was falsch machen kann (dazu werd ich später noch mal gesondert einen Eintrag zu verfassen..) aber Pustekuchen! Da sollte es nun intim werden und dann hieß es „Nee, lass mal, ich werd nicht so gern angefasst“ …Ehm. WAS?! Und was soll ich dann deiner Meinung nach tun?! Na, was bleibt wohl schon übrig, wenn anfassen nicht geht, man aber noch nicht vögelt. Ja. Klar. … … Nein. Das Ende vom Lied war dann eigentlich, dass ich so ziemlich dicht gemacht habe. Versuche, mich erneut zu motivieren aktiver zu werden, scheiterten. Ich war so extrem verunsichert in absolut allem, von dem ich vorher dachte, dass ich das ganz gut könnte, dass ich es einfach komplett gelassen habe. Zudem war mein Gegenpart auch eher unkreativ, unmotiviert und zu allem Überfluss auch noch schüchtern, wodurch auch das Reden, dass es benötigt hätte, einfach wegfiel. Unglücklicherweise habe ich mich so sehr an den Umstand gewöhnt, dass ich etwas entwickelt habe, was ich bisher gar nicht kannte: Prüderie. Jedes Wort, jede Andeutung, jeder schmutzige Witz war mir zu viel. Man konnte mit mir nicht mehr reden, meistens hab ich auf Durchzug gestellt. Das wurde auf Dauer ein echtes Problem für mich, weil das ganze so schleichend ging, dass ich es erst gemerkt hatte, als es schon längst zu spät war. So zu sein war einfach unnatürlich für mich. Die Lust auf Sex ließ auch nach, was in der Regel (außer in der Regel...) NIE vorkam. Ja, manchen mag das albern vorkommen, weil Sex ja nicht so wichtig sei. Und es mag nicht DAS wichtigste sein aber es ist trotzdem ziemlich wichtig. Eben diese Beziehung fand dann auf Dauer auch ihr Ende. Ich wurde also zurückgelassen mit neuen alten Ängsten, neuer Prüderie und einem extremen Vertrauensverlust in die gesamte Männheit, mit der ich heute noch zu kämpfen habe. Hier will ich niemandem die Schuld dafür geben. Man hat sich einfach irgendwie gegenseitig in die falsche Richtung getrieben... oder eben nicht getrieben. Ach, ihr wisst schon.

Danach war ich knapp 1 Jahr Single. Also, nein, das ist falsch. Ich bin seit dem Single aber es gab wieder eine kurze Episode, die ich für erwähnenswert halte. Diese Episode nenne ich „Die Jungfrauenverirrung“. Das klingt jetzt vermutlich viel viel viel schlimmer, als es eigentlich war. Eigentlich war's sogar ganz gut... Nein, es war eigentlich schon scheiße. Aber... gut. Ja. Auf jeden Fall gab es da diesen netten Jungen... jungen Mann, der dann noch ein paar Jahre jünger war (naja, 5 immerhin....) und so gar keine Erfahrung mit Frauen hatte. Aber ich mochte ihn. Und ich würde auch behaupten, dass er mich mochte. Da wir aber beide unsere Gefühle eher im Hintergrund gehalten habe, wäre das reine Spekulation. Oder Wunschdenken. Auf jeden Fall hat eben dieser junge Mann es geschafft, dass ich wieder etwas aus meinem Schneckenhaus kam. Er hatte zeitgleich Erwartungen und auch keine. Er hat mir nicht ganz so viel Zeit gelassen und war etwas forscher, als ich es vielleicht gebraucht hätte. Aber vielleicht wollte ich mich auch nur in Sicherheit wiegen oder so. Aber er nahm nie ein Blatt vor den Mund und das war genau das, was ich immer war. Ich erkannte mich in vielen seiner Handlungen wieder. Und durch den Umstand, dass er eben noch keine Erfahrungen hatte, konnte ich mich nicht einfach nur treiben lassen. Ich musste aktiv werden. Und so entwickelte es sich, dass sich meine Prüderie, die 2 Jahre lang wuchs und gedieh, innerhalb eines Monats schon deutlich reduziert wurde. Aber wie das bei Bettgeschichten so ist, funktionieren sie nicht, weil irgendwann einer anfängt den einen mehr zu mögen, als der andere. Und dieses Mal war ich derjenige. Well, Karma, bitch. Hab ich mir ja selbst eingebrockt. Ich würde mit spekulativem Wunschdenken auch heute noch behaupten, dass es anders gelaufen wäre, wenn wir von Anfang an ehrlich zueinander gewesen wären und wir uns nicht dauernd gegenseitig auf dem Schlips getreten wären. Aber es bringt ja nichts, vergossener Milch nachzuweinen. Aber ich weine nicht. Diese „Jungfrauenverirrung“ hat mir in gewisser Weise geholfen wieder ein Stück zu mir selbst zu finden. Allerdings bin ich noch nicht komplett wieder regeneriert.

Und genau hier setzt dieser Blog ein. Sex ist eine Sache, die alle von uns betrifft und vielen auch Sorgen und Probleme bereitet und trotzdem halten wir es hinter verschlossenen Türen. Es geht hier nicht darum, dass man direkt alles auspackt und von jeder vergossenen Körperflüssigkeit erzählt aber Tatsache ist, dass viele extreme Beklemmungen bei dem Thema haben, was nicht sein müsste. Und ich möchte mich hier meiner Beklemmung stellen und es endlich schaffen, zumindest in diesem Thema, irgendwann angstfrei in eine neue Beziehung zu gehen. Und wer weiß, vielleicht kann ich auch die bettspezifische Schüchternheit, die ich schon immer besaß, von mir lösen und einfach so lieben wie ich es möchte und es mein Gegenüber verdient.

Das wars mit dem ersten Rubbel die Kats an dieser Stelle. Beim nächsten Mal fangen wir einfach Vorne an. Also, am Anfang. Blöde Doppeldeutigkeit!

LG
Dat Kat

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