Rubbel die Kats #2 – Von hinten, von vorne, von Anfang


Den Anfang bei etwas zu finden ist grundsätzlich schwer. Da ist es egal, um was es sich dabei eigentlich handelt. Ich hab beispielsweise immer ultra die Probleme mit einem neuen Blogeintrag zu beginnen.

Und einer der größten Anfänge ist vermutlich das erste Mal. Die meisten, die hier mitlesen, haben ihr erstes Mal vermutlich schon hinter sich. Und ich denke der Großteil wird sich halbwegs einig sein, wenn ich sage: Es war scheiße. Entweder es war zu früh oder zu spät, zu kurz, irgendwie unangenehm, awkward, weil keiner wusste, was er so recht tat oder, wie so oft, mit der falschen Person, wo man am Ende das nachsehen hatte. Aber selbst wenn all das nicht der Fall war, entsprach es grundsätzlich wohl nicht den Vorstellungen, die jeder einzelne von uns hatte. So ist es ja oft, wenn man jemanden kennenlernt und eine Beziehung beginnt, dass man sich ganz genau ausmalt, wie etwas laufen sollte (oder zumindest wie es schön wäre, wenn es das täte).
Nun kann ich natürlich nur von der Frauenseite sprechen aber das erste Mal ist eine enorm große Sache für (die meisten von) uns. Sich jemandem komplett hinzugeben bedeutet immer ein Stück von sich selber aufzugeben und jemand anderem anzuvertrauen. Die meisten warten auf den „perfekten Moment“, den es ja so gar nicht gibt. Das ganze ist im Grunde nur eine Ausrede dafür, dass man Angst hat und das ganze noch etwas aufschieben will oder sich noch nicht bereit fühlt. Daran ist ja überhaupt nichts verwerflich und bedarf deshalb eigentlich keiner vorgeschobenen Ausrede. Trotzdem neigen wir bei dem Thema oft dazu uns und unseren Partner zu belügen, um uns die Angst nicht eingestehen zu müssen und damit zugeben, dass wir nur die Kontrolle über die Situation behalten wollen. Tendenziell ist das vermutlich eher ein Problem von Frauen, als von Männern. Zumindest, was diesen Sexaspekt angeht. Aber vermutlich ist das ganze nur ein Vorurteil, wenn ich behaupte, dass für Männer das erste Mal nicht so eine große Sache ist, wie für Frauen. Dabei ist das glaube ich gar nicht mal so.

Ich habe ja im letzten Blogeintrag kurz von meiner Jungfrauenverirrung erzählt. Erst wollte ich hier nicht davon erzählen aber wenn man schon mal Erfahrungen mit einer Jungfrau sammelt... oder ihr Erfahrungen ermöglicht, und es hier schon um das erste Mal geht, sollte ich das vermutlich nicht unbedingt ausklammern. Bevor ich mich in meiner Jungfrau verirrte.. oder eher er sich in mich, haben wir einige Monate miteinander geschrieben. Nun war es so, dass er bisher noch keine Freundin und auch noch keinerlei Erfahrung hatte. In unseren Gesprächen kam dann ziemlich gut raus, dass ihm das sehr sauer aufstieß. Bzw. klang es für mich immer, als sei er eher traurig darüber. Zu dem Zeitpunkt kam er als möglicher Partner noch gar nicht in Frage. Aber sowohl vorher, als auch währenddessen war das ganze durchzogen von zweideutigen Signalen, die ich bis heute nicht vernünftig ordnen kann, damit sie Sinn ergeben. Aber ich erinnere mich an Gespräche, wo er darüber sinnierte, dass Frauen immer behaupteten, dass sie alles wollten, nur um dann doch einen Rückzieher zu machen. Ich erinnere mich ebenso daran, dass er meinte, dass er zu alt dafür sei, um jetzt als erstes Mal eine bedeutungslose Nummer zu schieben. Es war also nicht so, dass es Männern (naja, zumindest dem hier) nicht so wichtig war. Sie scheinen sich ebensolche Gedanken zu machen, wie ich es vor allem von Frauen erwarte. Aber genau so erinnere ich mich auch, dass er irgendwann anfing davon zu reden, dass er glaubte, dass Beziehungen nicht so sein Ding seien. Und das, obwohl er keine bisher hatte. Ich kann's auch alles nicht mehr so recht nachvollziehen aber es könnte eine Reaktion darauf gewesen sein, dass ich mal meinte (als ich frisch getrennt war), dass ich nichts gegen eine lockere Sache gehabt hätte. Aber ob es so war oder nicht, passte dieser Sinneswandel irgendwie nicht so recht in das bisherige Bild. Da wurde dann aus dem „keine bedeutungslose Geschichte“ ein „Naja, wir mögen uns ja immerhin, das reicht schon“. Dass es sich so ergab, dass wir etwas miteinander anfingen, kann ich bis heute nicht ganz nachvollziehen. Also, ich weiß nicht, wie das plötzlich so umschwingen konnte, weil ich wirklich kein Interesse hatte, als wir geschrieben haben. Als es dann anfing, wollte ich auch schon keine lockere Sache mehr (das hätte ich ihm gegenüber vielleicht ein bisschen früher erwähnen sollen...). Ich hab halt auch null dran gedacht mir eine Jungfrau als Betthasen zu suchen. Gerade bei meiner Prüderie bin ich davon ausgegangen, ihm nichts wirklich beibringen zu können. Und ich wusste, dass er in der Sache unsicher war, weil er ja auch gar nicht wusste, was er tat. Aber ich würde trotzdem behaupten, dass ich viel unsicherer war, wenn es um unser erstes Mal ging. Ich habe mir viele Gedanken drum gemacht, ob das ganze wirklich so passieren sollte und erkundigte mich oft, ob er sich sicher sei. Ich bin ehrlich, ich erinnere mich nicht mehr auf seine Antwort dazu. War ja scheinbar okay, nachdem ich die Jungfrau inzwischen gekillt habe. Aber eigentlich hoffe ich, dass es für Männer wirklich keine so große Sache ist. Nachdem das zwischen uns schon 'ne Weile vorbei ist und wir uns das glaube ich beide anders vorgestellt haben, wie es wurde, wäre es mir einfach lieber, wenn ich nicht so lang als „die Erste“ in Erinnerung bliebe.

Die Frage ist nur, warum genau das erste Mal so eine große Sache für uns ist. Gerade, wo das erste Mal vermutlich eh nicht besonders gut wird. Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Mal. Es war eine Mischung aus allen genannten Fehlern weiter oben: zu früh, nicht gut, falsche Person... und eine große Portion Awkwardness. Und trotzdem, oder gerade deshalb,  hat es mein Leben in keiner Weise wirklich beeinflusst. Bevor ich nämlich anfing regelmäßig Sex zu haben, verging noch einiges an Zeit. Und bevor es anfing richtig Spaß zu machen, vergingen viele, viele Versuche. Denn wie bei so vielem gilt auch hier: Übung macht den Meister. Tatsächlich war aber mein erstes Mal für mich eben überhaupt keine große Sache. Anders ist es, wenn ich heute zum ersten Mal mit jemandem intim werde. Denn im Grunde sehe ich eigentlich keinen Unterschied von DEM ersten Mal, zu anderen ersten Malen mit neuen Partnern. Ich bin nicht routinierter in der ganzen Sex-mit-neuen-Menschen-haben Sache, nur, weil ich schon Sex in meinem Leben hatte. Man ist mit jedem Mal wieder jung, frisch verliebt und eine Jungfrau, weil man im Grunde nichts über den Sex mit dem anderen weiß.

Ich kann natürlich jeden verstehen, der das ganze nicht überstürzen möchte und sich Zeit lassen will. Niemand soll sich zu etwas zwingen lassen, wofür er sich noch nicht bereit fühlt oder wo er sich unsicher ist. Andererseits sollte man der Sache nicht zu viel Bedeutung zuschreiben. Für manche wenige unter uns mag das erste Mal auch das letzte erste Mal gewesen sein, weil man vielleicht zu den Glücklichen zählt (oder zu den unglücklichen.. je nachdem wie's läuft), dass man sein Leben lang nur den einen Partner hat und somit keine weiteren ersten Male hat. Aber auch, wenn es das letzte erste Mal sein mag, wird es nicht das letzte Mal überhaupt sein. Ganz im Gegenteil, wird es mit jedem Mal besser (mit wenigen Abstrichen...). Und alle anderen, die noch weitere erste Male haben werden, können sich darauf freuen erneut das prickeln einer neuen Beziehung und wachsender Intimität spüren zu dürfen. Denn mal ehrlich: Es ist der Wahnsinn, wenn einem das Herz bis zum Hals schlägt und man auf ganz neue Weise berührt wird, wie man es bisher nicht kannte. Deshalb sollte man einer kleinen, unwichtigen Sache nicht so viel Macht zusprechen, die sie eigentlich gar nicht besitzt.

Das war's mit Rubbel die Kats für heute. Nächstes mal wird es einen kleinen Höhepunkt geben.

LG
Dat Kat

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