Rubbel die Kats #4 – Der feuchte Traum eines jeden


Wie im letzten Post angekündigt, wollte ich mir für heute ja ein Thema ausdenken... Und ja, um genau das soll es hier heute auch gehen: Ums „Ausdenken“ oder in dem Zusammenhang besser als „Fantasien“ bekannt. Wie die meisten Sachen, die irgendwie mit Sex zu tun haben, sind auch Fantasien eher verpönt in der Gesellschaft. Die Leute schämen sich für ihre Fantasien und können oft nicht ein mal mit ihrem Partner offen darüber reden. Dabei sollte eigentlich genau in der Partnerschaft ein Vertrauen existieren, in dem man so etwas vielleicht sogar zusammen ausleben kann. Ich beziehe mich bei meiner Aussage natürlich lediglich auf die Leute, die sich auch wünschen würden, dass sie es eben mit dem Partner teilen können aber Angst vor Zurückweisung haben. Viele Menschen haben auch Fantasien, die sie nicht ausleben wollen und sie eben nur als Vorstellung den besonderen Kick auslösen und so keine „Verbesserung“ der Situation vorgenommen werden muss. Aber bei allen anderen Situationen sollten die Betroffenen versuchen offen mit ihren Fantasien, bei denen es sich dann mehr oder weniger um Wünsche handelt, umgehen. Denn gerade bei langfristigen Beziehungen ist die sexuelle Erfüllung ein sehr wichtiges Thema. Im Laufe der Jahre lässt der Sex immer mehr nach und Frust steht an der Tagesordnung. Fantasien können nicht nur die Befriedigung der Partner verbessern, sondern eben auch neue Leidenschaft durch Abwechslung entfachen.

Auch als Single sind Fantasien mehr als wichtig. Für gewöhnlich braucht jeder zur Erregung einen gewissen Input. Also nicht der Wortwörtliche Input, sondern das davor, bevor es ans Inputten geht. Vermutlich sind da bei vielen wohl Pornos oder so etwas die erste Wahl, weil es die simpelste Art und leicht zugänglich ist. Aber Pornos sind auch nicht jedermanns Sache. Sie sind ordinär, etwas dämlich und gestellt und nicht jeder ist heiß darauf sich sämtliche fremden Genitalien anzuglotzen. Eine gute Alternative sind da nun Mal die Fantasien: Man kann sich das Setting aussuchen, den (die) Partner, die Art und Weise, einfach alles! Es ist wie ein kleiner Spielfilm, der sich im Kopf abdreht. Wie einige von euch vielleicht wissen, besitze ich in meinem Schülerwohnheim kein Internet und der Zugang zu Pornos ist daher etwas schwierig. Als visuell geprägter Mensch ist das nämlich auch für mich die leichteste Art irgendwie „in Stimmung“ zu kommen. Die „Stimmung“ ist da aber eher etwas pragmatisch und anschließend fühle ich mich persönlich immer etwas ekelig, weil Pornos halt echt eigentlich nicht so der Knaller sind. Also bin ich auf Dauer dann doch auf Fantasien umgestiegen. Als (mehr oder weniger) (Manga-) Zeichner habe ich fürchterlichen Spaß daran mir Geschichten auszudenken. Und auch in meinen Fantasien versuche ich einen dramaturgischen Aufbau zu konstruieren, Spannung zu erzeugen und im Grunde auch Emotionen zu entwickeln. Denn in der Realität würde ich auch nicht einfach mit irgendwem ins Bett gehen, um Befriedigung zu bekommen. Und das Herzklopfen, das durch echte Gefühle entsteht, erledigt eigentlich schon die halbe Arbeit. Ich habe immer eine sehr starke bildliche Vorstellung, wodurch ich für die Zeit der Fantasie in eben diese Situation eintauche und den Rest um mich herum vollkommen vergesse. Auch bei Tagträumen passiert es oft, dass ich erst Minuten später wieder merke, wo ich mich gerade befinde. Meine Vorstellung geht so weit, dass ich anfange viele Details  zu kreieren. Wenn meine Fantasie beispielsweise einen Partner beinhaltet, dessen körperliche Beschaffenheit ich nicht kenne, fange ich an körperliche Merkmale auszuarbeiten. Leberflecken, Speckröllchen, Unvollkommenheiten aber auch Größe, Form, Biegung... Ja. So etwas in der Regel. Ich bilde dann Charaktereigenschaften aus, wenn ich sie nicht kenne und versuche einen Zwischenweg in Wunschdenken und vermutlich wirklichem Handeln zu finden, um eine Reale Situation zu erschaffen. Ich hatte beispielsweise schon eine recht genaue Vorstellung davon, wie das ganze mit meiner Jungfrauenverirrung ablaufen könnte, weit bevor wir überhaupt so weit waren. Lustigerweise habe ich damit quasi die Zukunft vorausgesagt (bis auf ein paar Feinheiten natürlich).  Wenn man so wie ich versucht sich nicht nur oberflächlich Situationen zu erschaffen, dienen einem Fantasien auch dazu sich und sein Gegenüber besser kennen und einschätzen zu lernen.

Neben den Fantasien können auch Träume sehr anregend sein. Feuchte Träume hat vermutlich jeder Mal und können einem entweder den Tag versüßen oder komplett versauen. Je nachdem, wie es läuft. Um zweiteres zu vermeiden sollte man sich eine Technik ganz besonders aneignen: Das luzide Träumen.
Luzide Träume sind ebensolche Träume, die man willentlich beeinflussen kann. Wer den Film „Inception“ gesehen hat, dürfte das (wenn auch ohne Verwendung des Begriffs) bereits kennen: Sich selbst eine Welt bauen, die Figuren darin lenken und unglaubliche Dinge erschaffen. Zu dem Zeitpunkt, als ich den Film sah, kannte ich das luzide Träumen noch nicht wirklich. Es kam des öfteren vor, dass ich Träume mehr oder weniger beeinflussen und somit zum Beispiel fliegen konnte. Das ganze geschah aber oft nicht auf dem Hintergrund, dass ich wusste, dass ich träume und alles tun konnte, was ich wollte. Es war eher wie ein Déjà-vu, wo ich bereits wusste, dass ich in bestimmten Situationen fliegen konnte und deshalb eigentlich nur Erinnerungen abgerufen habe. Vom luziden Träumen habe ich erst Monate oder Jahre später erfahren. Fasziniert darüber habe ich mir vieles dazu durchgelesen und mich auf einen langen Lernprozess eingestellt, dass ich erst nach und nach die Technik erlernen würde. Dennoch ging das ganze ziemlich schnell. Allein das Wissen darüber, dass es existiert, hat sich so in mich eingebrannt, dass ich sehr schnell meine Träume kontrollieren konnte. Es war aber auch so, wie in Inception, als ich am Anfang merkte, dass ich träumte, dass die Träume oft „zusammenfielen“ und ich aufwachte. Mit der Zeit wurde das dann weniger. Eine Zeit lang wusste ich jede Nacht, dass ich träume und ich habe auch immer eigentlich dann Blödsinn angestellt. Nicht zuletzt eben auch, dass ich zum Beispiel Ex-Freunde aufgesucht habe oder Kerle, auf die ich stand und eben dann weniger jugendfreie Inhalte zusammensponn. Das gute daran war, dass ich schlafen konnte und trotzdem meinem sexuellen Frust an den Kragen ging. So hatte ich den Tag über mehr Zeit für andere Dinge. Zurzeit funktioniert das ganze leider eher schlecht, als recht. Ich glaube das ganze hat mit meiner allgemeinen Unzufriedenheit zu tun, sodass ich mich nicht mehr einfach fallenlassen kann. Wenn es dann doch mal passiert, nutze ich jede Gelegenheit aus, um „auszuleben“ was ich sonst nicht kann (was in der Regel nicht sehr förderlich ist, weil ich morgens dann deprimiert aufwache, dass ich eben dies nicht habe...). In Zeiten, wo ich weniger im Land der Träume dann schon Sachen erledigen kann, bleibe ich dann weiterhin in den Tagträumen, um irgendwie Abhilfe zu schaffen.

So oder so gibt es viele Möglichkeiten sich auszuleben und jeder sollte versuchen an seinem Ideal zu leben. Denn auch, wenn die Gesellschaft es uns immer wieder einredet, sind Fantasien nichts schlimmes. Sie bedeuten weder, dass wir besonders ordinär oder schmutzig oder vulgär sind, sondern nur, dass wir Bedürfnisse haben, die unser Kopf versucht zu verarbeiten. Diese zu verdrängen ist in den meisten Fällen für alle Beteiligten kontraproduktiv (unter der Prämisse, dass niemandem geschadet wird. Ich billige hier keine Pädophilen oder Psychopathen, die ihre Neigungen ausleben wollen...).

Das war's so weit von mir für diese Woche. Nächstes Mal gehts um die Wurst.

LG
Dat Kat

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